FSF startet Kampagne gegen Vista

von Georg Binder 17. December 2006 15:54
Wie mehrere Medien berichten (Heise, Futurezone) oder in Foren diskutiert wird (WinFuture.de Forum) hat die Free Software Foundation (FSF) eine Kampagne gegen Vista gestartet: BadVista.Der Hauptvorwurf: "Einsatz digitaler Rechteverwaltung (DRM) und die Unterstützung des Trusted Computing"Persönliche Meinung:Ich finde es prinzipliell gut, wenn man sich kritisch mit einem Thema auseinandersetzt. Das gibt auch einem Hersteller wie Microsoft die Möglichkeit "besser" zu werden - in jeder Hinsicht.ABER: Bitte mit Fakten.Fakt ist: Der Administrator ist auch unter Vista immer Herr über seine Maschine. Fakt ist aber auch, dass in gemanagten Umgebungen (Firmennetzwerke) Vista (leichter als XP, wo das ja prinzipiell auch ging) abgeschottet werden kann. Und das ist auch gut so, denn vielleicht mag man nicht, dass Mitarbeiter sich selbst Programme installieren oder sensible Daten auf Wechselmedien kopieren um nur zwei Beispiele zu nennen. Allerdings legt dann die Firma die Nutzung des Computers fest, natürlich nicht der Hersteller. Den Privat-Benutzer trifft das überhaupt nicht (naja, vielleicht mit den Jugendschutzeinstellungen den minderjährigen Nachwuchs, wenn die Eltern das neueste Metzelspiel zu den verboteten Programmen hinzugefügt haben,..)Fakt DRM: Bezüglich Digital Rights Management: es gibt Technolgien in Vista (geschützter Sound und Videopfad), die ein Abgreifen von BluRay oder HD-DVD Streams verhindern sollen. Böse? Kommt drauf an, Microsoft hat hier zwei Möglichkeiten: entweder das Betriebssystem (egal welches! gilt auch für Linux, MacOSX,...) spielt überhaupt keine HD-DVD oder BluRay, oder man implementiert eine Basis, damit der Kopierschutz sichergestellt ist. Technische Information stellt Microsoft bereit.BluRay und HD-DVD sehen vor, dass nur zertifizierte Playersoftware Filme wiedergeben können. Sollte ein Player gecrackt werden (auch z.B. eine spezielle Firmware für Standalone Player!!!), dann wird das Gerät in die Sperrliste eingetragen (die auf jeder Disc drauf ist) ... legt man dann eine solche in seinen Player ein - wird der gesperrt.Nochmal: das ist kein Vista Thema, sondern ein BluRay & HD-DVD Thema. So wie es aussieht wird Vista allerdings das einzige Betriebssystem sein, das geschützte, kommerzielle HD-Filme überhaupt abspielen kann. Das Rippen von CDs, DVDs, und ähnliche Spielereien ist technisch natürlich weiterhin möglich,...Nächstes Thema, Trusted Platform Module (TPM). Der TPM Chip, der zumeist auf der Hauptplatine eines Computers sitzt, einhält keine böse Überwachungssoftware sondern lediglich ein privates Zertifikat. Der TPM Chip kommt derzeit in Vista (jedenfalls fällt mir ad hoc nicht mehr ein) lediglich bei einer einzigen Anwendung zum tragen: BitLocker Drive Encryption. Damit kann man die Festplatte verschlüsseln - warum das böse sein soll, muss man mir bitte erst erklären (Anmerkung: böse ist das nur für jemanden, der z.B. einen Laptop stielt um an die Daten zu kommen - Pech gehabt).Fazit: Ich werde BadVista weiter im Auge behalten, und auf Wunsch auf einzelne technische Themen (wenn sie mal genauer angesprochen werden) eingehen, aus den üblichen Religionskriegen halte ich mich 'raus.

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Comments

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12/17/2006 3:54:00 PM #

Ähm. Das würde heißen, dass Microsoft die Vereins- und Religionszugehörigkeit der Mitarbeiter der Partnerfirmen prüfen soll? Da wär ich aber auch vorsichtig... heikel!

Der Hintergrund von Palladium (der Codename hat mir am besten gefallen, der einzige den man aussprechen kann), war jedoch einer, der für Firmen absolut nachvollziehbar wäre: wirklich absulte Kontrolle über Speicherbereiche/Programme die laufen, Sicherheitsrisiko gegen null gehend. Aber klar ist hier auch Potential zum Mißbrauch gegeben (Büchse der Pandora). Aber letztlich ist das eine sehr akademische Diskussion: wenn wer echt so vor dem TPM Chip sich derart fürchtet, dann PC ohne kaufen und gut ists.

Bezüglich Code - "Einsicht". Das ist so eine Sache... klar haben gerade Regierungen (aber auch große Unternehmen) Angst, dass sich etwas im Code versteckt, was unbemerkt nach Hause telefoniert. Deswegen gibt es ja auch (sicher auch als Konsequenz aus der Defrag Geschichte) die so genannte www.microsoft.com/.../default.mspx">"Shared Source Initative", wo Unternehmen und Regierungen Einblick in den Code nehmen können.

Aber der Einwand von Boris_S ist mehr als berechtigt: wer tut/kann das schon? Das gilt für OpenSource allerdings genauso,... und dort sind genau so Dinge wie GUID genauso passiert (quasi 1:1) wie erst jüngst bei Firefox (http://www.heise.de/newsticker/meldung/53308">ebay Umleitung mitgetrackt).

lg
georg

PS: Anzahl Codezeilen in Vista: 50 Millionen glaub ich gehört zu haben. Habs nicht nachgezählt. Was aber auch daran liegt, dass ich den Source Code gerade verlegt habe Smile

Georg Binder | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

hello matthias anonym!
die verhältnisse sind klar, georg bloggt im auftrag von microsoft österreich. ich bin bei ms österreich und versuche parallel ein wenig die inside view von microsoft österreich zu bringen, auch wenn dies leider zeitlich kaum passiert,...
der erste blog post ist hier, mit einem interview: http://www.vistablog.at/stories/1979/
als auch das about: http://www.vistablog.at/stories/1877/main
worüber sehen wir hinweg?
rolf

rolf mistelbacher | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

Ich habe generell etwas gegen diese FUD - Campagnen.

seis von Microsoft:
- Steve's äußerungen: http://www.pro-linux.de/news/2006/10491.html
- www.microsoft.com/.../vulnerable.mspx
- (das sind bitte keine Fakten)

oder von FSF: http://badvista.fsf.org/

Um all diese Campagnen ist ein großer Bogen zu machen.

Christoph | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

jep, da bin ich mit dir einer meinung. natürlich ist es unachtsam jemanden als software partner zu wählen dessen mitarbeiter sich für scientology engagieren. und zum thema scientology sind wir auch einer meinung, das ist eh klar. ich gehe davon aus dass jetzt in redmond genauer geprüft wer wo und wie seine finger drin hat. aber sowas vorab rauszufinden ist vielleicht auch gar nicht so einfach.

Georg Binder | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

hey. also an die lächerliche scientology geschichte kann ich mich erinnern, kurz bevor das hochkam hab ich bei microsoft begonnen. die "scientology" firma hatte einen geschäftsführer, der bei scientology war/ist. danach wurde das sofort umgedreht auf windows 2000 hat einen trojaner von scientology. das ist schon etwas älter aber das internet vergisst nicht, auf die schnelle hab ich das hier gefunden:

"The personality Scientology likes to paint critics with is that of someone who fears a conspiracy. Here is Scientology's rendition of what happened with some software distributed by Microsoft, as contained the US State Department report of 2001:

Late in 1999, allegations that Microsoft's Windows 2000 contained a "Trojan Horse" or "back door" that would permit the Church of Scientology to obtain information from an unsuspecting user's system surfaced in the technology trade press. These allegations arose after Hamburg's sect commissioner expressed public concern about the software because a firm whose chief executive officer is a Scientologist developed a disk defragmenting component for Windows 2000. Critics claimed--with no proof--that the defragmenter would secretly send personal data from individual computers to Scientology offices.

I may have missed it, but I do not recall ever reading about a critic who said that "Microsoft's Windows 2000 contained a 'Trojan Horse' or 'back door' that would permit the Church of Scientology to obtain information from an unsuspecting user's system." Again, when it comes to sources, the report seems not to mention which "Critics claimed -- with no proof -- that the defragmenter would secretly send personal data from individual computers to Scientology offices." There are quite a few articles on this subject available at http://cisar.org/sortdate.htm. None I have seen claimed there was a "Trojan Horse" and anything like that in the software.

Microsoft yielded to German pressure and allowed the German Federal Office for Security in Information Technology (BSI) to investigate the software. BSI conducted various tests but failed to find any evidence of or anything that in any way validated the concerns regarding the existence of a "Trojan Horse" or "back door."

Half of what the BSI found is missing in the above statement. It found there was no evidence that there should be a concern about the software. It also found there was no evidence that there should not be a concern. If there is a failure here, it is to report the full findings and not just the half of them."

von http://www.lermanet.com/cisar/survey/010303c.htm

es ist nicht passend diese uralt (unwahre) geschichte auszupacken in bezug auf diese story, aber ich halts wie du und schuaun mehr mal was badvista kampagne bringt!

rolf

rolf | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

in welchen verhältnis stehen sie zu ms? der link zu ihren impressum ist entweder im bereich des illegalen oder sie gehören direkt zu dem inhaber der domain www.microsoft.at!

was sollen die interessierten und versierten user daraus schlussfolgern in hinsicht auf ihrer glaubwürdigkeit?

in ihren fazit zum thema fsf haben sie geschrieben, dass sie diese themen (mircosofts halb/ganz verdeckte methoden) aufgreifen wollen. mit welcher qualifikation und mit welcher glaubwürdigkeit soll das geschehen?

kann es sein, dass sie einfach nur ihre persönlichen präverenzen verbreiten wollen und über einige sachen einfach hinwegsehen, weil das nicht in das von ihnen projekzierte bild von microsoft passt?

matthias | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

Was soll man auch von einem Verein erwarten der es für "böse" hält, für erbrachte Leistungen Geld zu verlangen, und der das raubkopieren jahrelang aktiv gefördert und propagiert hat.
"The Free Software Foundation, founded in 1985, is dedicated to promoting computer users' right to use, study, copy, modify, and redistribute computer programs."
Da ich unter anderem Software und Webseiten entwickle, natürlich für Geld, wäre ich nicht sehr glücklich dafür kein Geld zu bekommen, weil dann könnte ich meine Familie nicht ernähren.
Mit jemandem der das Existenzrecht geistigen Eigentums negiert kann man nur auf dem Level "Religionskrieg" diskutieren, und das vermeide ich auch lieber.
DRM mag ich übrigens auch nicht, entweder ich kaufe ein CD und rippe sie, oder ich kaufe online Musik, brenne sie auf CD und rippe sie dann wieder um so völlig legal den Kopierschutz loszuwerden. Und dass man mit Kopierschutzmechanismen in BlueRay und HD-DVD das Recht des Nutzers auf eine Sicherheitskopie verhindert, halte ich auch für sehr bedenklich.
Was ist z.B. mit einer Kopie für das Auto, Büro, Schlafzimmer oder was auch immer, und wie bekomme ich den Film auf meinen digitalen Medienserver, um den Film von jedem Zimmer im Haus anschauen zu können?
Aber dennoch: Was hat das alles mit Windows Vista zu tun? Ich kann in Windows Vista weiterhin Software zum entschlüsseln und Kopieren von DVD's verwenden, sei das jetzt legal oder nicht, und wie du schon richtig gesagt hast, mit den Blueray/HDDVD Kopierschutz Mechanismen konform muss jeder Player sein, so auch der WMP, sonst landet er auf der Blacklist.

Christian | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

Hallo Rolf!

Ich denke, Du hast mich ein wenig mißverstanden. Ich bin auf die damalige Prüfung durch das BSI eingegangen um zu verdeutlichen, daß es einen für Einzelne nicht bewältigbaren Aufwand bedeutet, ein OS wie Windows 2000 (und XP bzw. Vista haben vom Umfang her ja noch stark zugelegt) einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen. Daher bin ich bei MS-Produkten darauf angewiesen, dem Hersteller schlicht zu vertrauen, darauf wollte ich hinaus. Wobei sich nebenbei die Frage stellt, wie tiefgehend eine solche Prüfung stattfinden kann bzw. ab wann sie infolge überproportionalen Aufwands undurchführbar wird - schließlich wissen wir spätestens seit der Sony Rootkit-Geschichte, daß es möglich ist, Funktionen so zu tarnen, daß sie auch mit passenden Werkzeugen praktisch nicht mehr erkennbar sind (Heise hatte da mal einen sehr ausführlichen Artikel).

Was ich daher nicht behandelt habe, war das Ergebnis dieser Prüfung und das war negativ, ein Umstand, den man durchaus anerkennen muß. Darauf sei also an dieser Stelle explizit hingewiesen.

Allerdings wird Scientology nicht zu unrecht bspw. in Deutschland als verfassungsfeindlich eingestuft und was über diese Organisation bekannt ist, versucht man dort mit buchstäblich allen Mitteln, Einfluss zu erhalten und jedes Mitglied hat sich diesem Ziel unterzuordnen. So einer verfassungsfeindlichen, mithin zumindest potentiell kriminellen, Organisation ist immer mit Mißtrauen zu begegnen und es ist wohl kaum kalkulierbar, welche Methoden sie bereit sind anzuwenden, sofern diese Erfolg versprechen.
Ich hätte Microsoft mehr Sorgfalt bei der Wahl ihrer Partner gewünscht.

lg
BS

boris_s | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

Die Verhältnisse sind glaub ich so eindeutig wie es geht. Impressum ist richtig (Unterseite hin oder her, führt zu "Über Microsoft Österreich")  und auch eine whois Abfrage für die Domaine vistablog.at ist ja selbsterklärend. Die Beiträge über Autor usw... ebenso. Was sagt das über die Glaubwürdigkeit? Ich denke, ich bin da recht offen, bitte deshalb mit dem Vorwurf der Illegalität ein wenig vorsichtiger zu sein. Klar, wenn man mit Microsoft verbandelt ist, mag das in gewissen Kreisen noch schlimmer sein, als wenn man was Illegales tut. Seh ich aber nicht so streng.

Selbstverständlich will ich hier persönliche Präferenzen und Eindrücke - genauso wie Kritik - auf dieser Seite wiedergeben. Das ist der erklärte Zweck dieses Blogs (http://www.vistablog.at/stories/1877/main">About).

Und sollte ich jemals über Dinge - absichtlich oder wahrscheinlicher unabsichtlich - hinwegsehen, so gibt es ja gerade hier die Möglichkeit durch User (wie Sie) dass man darauf - manchmal sogar freundlich - darauf hingewiesen wird. Find ich irgendwie recht nett. Und dieser Blog wird auch von Microsoft gelesen, keine Sorge, d.h. Kritik erwünscht. Ausdrücklich!

Georg Binder | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

Da BadVista ja gerade erst gestartet wurde, noch nicht sehr viele Einträge hat und die FSF ihre Kritikpunkte somit noch nicht präzisiert hat, kann man dazu ja noch nicht viel sagen. Ich möchte in diesem Zusammenhang daher auf meine persönlichen Assoziationen und Gedanken zum Thema eingehen.

Über viele Jahre läßt sich nun beobachten, daß Microsoft sich seinen Konkurrenten und Kunden gegenüber nicht fair verhält. Immer wieder sind Berichte wie überraschende oder grob benachteiligende bzw. einfach unstatthafte Lizenzklauseln bekannt geworden, einmal hat eine Registrierungssoftware "versehentlich" Daten ins Internet verschickt, heimlich jedem Kunden bzw. System eine GUID zugeordnet, dann die "Krebsgeschwür"-Aussage etc. Das ließe sich lang fortsetzen und mit etwas Recherche zB. auf heise.de könnte man noch viel mehr Beispiele finden, die verpflichtende WGA-Prüfung und ständige Kontaktaufnahme mit "zuhause" per Internet wäre da nur das jüngste Beispiel. Soviel zu den prinzipiellen Vorbehalten Microsoft gegenüber.

Desweiteren gab es Windows Vista gegenüber mindestens einen ganz speziellen Vorbehalt. Das absolute Killer-Argument gegen dieses Betriebssystem ist unter dem Namen Palladium bekannt geworden (aka NGSCB aka LaGrande). Den Namen hat man immer wieder verändert, mutmaßlich deshalb, weil unter den Usern bereits bekannt geworden war, daß es eine schwere Einschränkung ihrer Möglichkeiten mit dem Rechner umzugehen zur Folge haben würde. Dies sollte auf dem TPM-Chip aufbauen und ihn als auch für den Administrator nicht transparenten Speicher für kryptographische Schlüssel benutzen. Schnell etablierten sich Websites, die über dieses Konzept informieren wollten und plötzlich war das Thema vom Tisch. Übriggeblieben ist offenbar lediglich Bitlocker.
Daß diese Funktion wahrscheinlich aufgrund vorhersehbarer Nutzerproteste nicht mit dem Produkt ausgeliefert worden ist, stellt mein Vertrauen in das Unternehmen Microsoft nicht wieder her. Im Gegenteil ist es so, daß ein Unternehmen, das der Masse unwissender Kunden eine solche Technologie zu verkaufen geplant hat, sich für mich in höchstem Maße unglaubwürdig und nicht vertrauenswürdig darstellt.

Als damals der (ebenfalls nicht sehr vertrauenerweckende) Diskeeper-Defragmentierer, ein Produkt einer Scientology-Firma, in Windows 2000 eingebaut war, wurde dieses meiner Erinnerung nach vom deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überprüft bevor staatliche Stellen es kaufen wollten. Dieses Verfahren hat Monate gedauert und dafür wurden fachkundige Mitarbeiter (in bestimmt nicht geringer Zahl, MS selbst gibt ja immer gern mit der Zahl der Codezeilen ihres OS an -- vieviele Millionen warens nochmal?) benötigt. Als Privater bzw. kleines oder mittleres Unternehmen habe ich nicht die Möglichkeit, eine solche Prüfung durchzuführen oder zu bezahlen. Ich muß dem Hersteller vertrauen, und das tue ich aufgrund oben angeführter Gründe nicht. In diesem Fall genügen mir die Indizien und ich arbeite mit einem alternativen Betriebssystem, dessen default-Farbkonfiguration am Desktop recht ähnlich der Ihres Blog-Hintergrunds ist Wink)

Lassen Sie uns doch einfach abwarten, was BadVista vorzubringen hat, es wird bestimmt spannend!

Lg
BS

boris_s | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

Du hast die FSF und freie Software nicht verstanden. Es geht der FSF nicht darum, illegal angefertige Kopien von Software zu verbreiten, sondern nur freie Software zu fördern. Das Zitat, was du angeführt hast, bezieht sich nur auf freie Software.

Wenn du dich darüber weiter informieren möchtest, dann solltest du dir den Wikipedia Artikel über freie Software[0] durchlesen.

Mit freier Software lässt sich außerdem auch sehr gut Geld verdienen wie Red Hat oder Mysql zeigen. Man kann die Softwareentwicklung z. B. als Dienstleistung verstehen und so Geld einnehmen.

[0] http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Software

Christian Dröge | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

(zusatz über den autor: http://www.vistablog.at/stories/1878/main, der impressum link wird richtiggestellt auf die korrekte unterseite, nämlich www.microsoft.com/austria/mscorp/impressum.mspx)

Georg Binder | Reply

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12/17/2006 3:54:00 PM #

Naja, Scientology tarnt sich zwar als Religionsgemeinschaft, weil die Freiheit der Religionsausübung in westlichen Demokratien zurecht ein hohes Gut ist und geachtet wird und andererseits sich damit Mitglieder finden lassen. Ist aber dennoch eine Organisation der oben erwähnten Art und hat angesichts seiner Zielsetzungen kein Recht auf den besonderen Schutz, der Religionen ansonsten zusteht.

Zu Palladium stimme ich voll zu: Wirtschaftsspionage etc. wäre damit sehr viel schwieriger zu realisieren, andererseits wäre es halt auch möglich, Kunden und Konsumenten in bisher ungekanntem Ausmaß in der Nutzung und Verarbeitung ihrer Daten einzuschränken.

Wo ich Dir widersprechen muß ist, wenn Du meinst, wer kein TPM haben will soll einfach einen Computer ohne kaufen. Wenn das Mainstream-Betriebssystem, mit dem 95% aller Computer weltweit laufen, ein TPM voraussetzt, wie lang wird es dann wohl dauern, bis nur noch Rechner mit dieser Komponente verkauft werden? Es ist es doch mit der HDMI-Schnittstelle das selbe -- da heißt es, HD-Video wirds am PC nur damit geben und bevor noch auch nur nennenswerte Verkaufszahlen bei den Blu-Ray/HD-DVD-Laufwerken erreicht werden, sind die meisten Grafikkarten damit ausgestattet. Und eine verschlüsselte Schnittstelle ist für den Konsumenten kein Vorteil. Insofern keine akademische Diskussion, sondern sehr real.

Microsoft und die Hardwareindustrie hätten es zudem bis zu einem gewissen Grad in der Hand gehabt, die Filmindustrie mit ihren Vorstellungen Richtung Verschlüsselung einzubremsen. Ich habe den Eindruck, daß es vernünftiger gewesen wäre, sich dahingehend zu engagieren. Der Vertrauens- und Imageverlust bei informierten Usern scheint mir doch recht massiv zu sein.

Shared Source finde ich schonmal einen wirklich guten Anfang. Und es ist klar, daß Microsoft sich schwer tut, in diesem Punkt mit richtiger OpenSource-Software mitzuhalten weil man eben nicht einfach seinen ganzen Quellcode jedermann zur Verfügung stellen kann. Das Problem ist prinzipbedingt.
OpenSource-Vertreter argumentieren ja gerade damit, weil jeder sich die Quellcodes herunterladen kann - auf der ganzen Welt  sollen täglich tausende dieses Angebot in Anspruch nehmen - und gefundene Fehler melden bzw. selbst patchen kann. Recht einleuchtend: auch wenn unter der riesigen Zahl an Menschen, die sich täglich Quellcode herunterladen, nur ein paar Prozent wirklich kompetenter Programmierer sind, bewirkt dieses permanente Review eine kontinuierliche und im zeitlichen Zusammenhang dramatische Qualitätsverbesserung und zugleich Wissensgewinn für die Beteiligten.

Diese Sache mit der eBay-Umleitung in FF hätte allerdings ohne kommuniziert zu werden so auch nicht sein dürfen. Wenn die Mozilla Foundation Geld benötigt, ist es okay, nach Vermarktungsmöglichkeiten zu suchen, aber nicht in dieser Art ohne Hinweis an den Nutzer. Wenigstens weiß man bei FF wo das Suchplugin gespeichert ist, und kann es, da Textdatei, in einer Minute korrigieren. Übrigens ist das knapp 2 Jahre her.

Na wollen wir hoffen Du hattest den Vista-Sourcecode nicht auf dem Notebook, das Du kürzlich wo vergessen hast, sonst gibts ihn morgen als Tauschbörsen-OpenSource Wink)

Lg
BS

boris_s | Reply

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