Gastbeitrag von Marijan Kelava
(www.facebook.com/windowsdeutsch)
Ich kann mich gut an meinen ersten Computer erinnern. Es war ein riesiges Monster von “Wang Computer”, welches gerade einmal mit einer 21 MB großen Festplatte ausgestattet war. Damals dachte man im Consumer Bereich nahezu überhaupt nicht an Datensicherung: Einerseits waren die Preise für Speichermedien sehr hoch, andererseits wurde nahezu alle Medien analog gespeichert.
| Heute, im Jahr 2011, sieht das Ganze schon etwas anders aus: Digitale Fotografie ist längst ein Standard, Videos und Musik werden hauptsächlich auf Festplatten gespeichert und auf MP3 Playern wiedergegeben. Dass hier eine Menge an Daten zusammenkommt, die für den einzelnen Benutzer durchaus wertvoll sind, liegt klar auf der Hand. Fotos von Familienfesten, Geburtstagen und vergangenen Urlaubstagen auf der Insel Pag sollten auch den Enkelkindern erhalten bleiben. | | |
Was macht man nun als Laie? Alles händisch auf externe Festplatten kopieren? Da geht der Überblick schnell verloren und irgendwann steht man vor einem Datenchaos, da man nicht mehr weiß, welche Fotos auf welcher Festplatte gespeichert sind oder wo die eine spezielle MP3 verschwunden ist. Ich habe einige Zeit diesen Ansatz verfolgt: Externe Festplatte angeschlossen, SyncToy gestartet und die Zeit damit verbracht den Balken beim Fertigwerden zuzuschauen. Dass das mitunter einige Stunden dauern kann, habe ich beinahe schon vergessen. Doch was passiert, wenn mal das Betriebssystem durch einen Festplattenschaden ausfällt und das letzte Backup einige Tage zurückliegt?
Mit dieser Problematik habe ich mich lange beschäftigt und habe den Entschluss gefasst mir einen Windows Home Server 2011 zuzulegen. Da DiTech bei mir, quasi um die Ecke, eine Filiale hat, habe ich mich dort beraten lassen und dabei ist folgendes Gerät herausgekommen: dimotion Datensilo DS11.
D
as Datensilo verfügt über folgende Spezifikationen:
| Prozessor | Intel Atom D525 |
| Ram | 2GB |
| Speicherplatz | 4TB |
| Sonstige Features | 5.1 Sound, Gigabit Anschluss und 6x USB 2.0 |
| Betriebssystem | Windows Home Server 2011, basierend auf Windows Server 2008 R2 |
Soweit so gut. Das einzige, was mich etwas stutzig macht, ist, dass der Server 64-Bittig ist, aber nur 2 GB Ram hat. Da hätte DiTech seinem Server noch einen weiteren 2 GB Riegel spendieren können. Hätte sicher nicht geschadet; wobei man sagen muss, dass das “i-Tüpfelchen-Reiterei” ist, denn das ist keine Arbeitsmaschine, sondern ein Gerät, welches Backups machen und per Remote auch Medien bereitstellen soll.
Das Komfortable am Home Server ist, dass er weder Tastatur, Maus noch Monitor braucht. Lediglich Strom- und Netzwerkanschluss werden benötigt, um den Computer verwenden zu können. Einmal angeschlossen (ich empfehle ein Gigabit Netzwerk) kann es auch schon losgehen.
Im Browser des persönlichen Vertrauens gebe ich http://WHS2011/connect ein und bekomme prompt diesen Screen angezeigt:

Nach Abschließen des ganzen Prozesses wird der Benutzer mit einem Loginscreen konfrontiert – doch das ist auch kein Problem, denn auf den beigelegten Zettel hat DiTech das Adminpasswort aufgeschrieben.

Sobald man eingeloggt ist, erstrahlt das Windows Home Server Dashboard. Ich war relativ überrascht, wie einfach gehalten das ist. Da kennt man sich sofort aus, denn die einzelnen Punkte sind selbsterklärend. Was für mich interessant ist, ist die Backup-Funktionalität. Doch bevor ich die Sicherung eingerichtet habe, musste ich noch einen User anlegen. Geschickterweise sollte der eigene User den gleichen Usernamen und das gleiche Passwort wie der PC/Laptop haben. So erspart man sich bei der Netzwerkfreigabe das mühsame Benutzername und Kennwort Eingeben.

Mir habe ich dann gleich die Rechte für alle Medienordner vergeben. So kann ich von meinem Computer aus auf alle Ordner (Musik, Bilder, etc) zugreifen. Ich speichere nun keine Bilder mehr lokal auf meinem PC, sondern ich lege diese gleich auf dem Server ab. Das hat den Vorteil, dass ich einen Ort für meine Medien habe, wo alles gespeichert und nicht auf drei verschiedenen Festplatten und einem Laptop verteilt ist. Komfort hoch tausend! So kann ich auch einzelne Ordner für die Familie freigeben, ohne jetzt den USB Stick auspacken zu müssen. Das Interessante an der Sache ist auch, dass man mittels eines dynamic DNS Services von Microsoft eine Unique Webadresse für seinen eigenen Home Server bekommt.
Was bedeutet das? Normalerweise ändert sich die IP Adresse eines DSL Anschlusses mindestens einmal pro Tag / zumindest bei jedem neuen Verbindungsaufbau. So kann man nie auf den Server von außen zugreifen, weil man mit normalen Mitteln nicht in der Lage ist, jedes Mal die IP Adresse von sich zuhause herauszufinden. Registriert man den Home Server nun bei Microsoft, bekommt der eine Webadresse. Wie zum Beispiel: http://ihrname.homeserver.com.
Jetzt kommt das “Killerfeature”: So kann ich für Freunde eigene Ordner freigeben. Diese können dann jederzeit, von jedem Ort auf die Files zugreifen, runterladen oder einfach online ansehen. Selbstverständlich passwortgeschützt und sicher.
Zur Kernkomponente – und das ist auch der Grund wieso ich mir das Teil zugelegt habe: Backup! Im Reiter “Computer und Sicherung” wird es spannend, denn hier wird das Backup eingerichtet. Kurz eine Vorab-Information zum Sicherungsvorgang: Das Interessante an dieser Lösung: Wenn Windows Home Server bemerkt, dass eine Datei (gleiche Größe, gleicher Name, etc.) doppelt vorhanden ist, wird diese nur einmal gesichert. Praktisch! Speicherplatz wird nicht unnötig verschwendet.

Ist die Sicherung mal eingerichtet, startet sie grundsätzlich automatisch. In den Einstellungen kann festgestellt werden wann diese passieren soll. Solch ein Backup ist meistens ist der Nacht ratsam; natürlich nur dann, wenn der PC nicht im Schlafzimmer steht. Sonst am Vormittag. Das Schöne an dem Konzept: Der WHS kann den PC aus dem Ruhezustand holen um ein Backup zu machen.
Nachdem ich hier einen Gigabit Router stehen habe, ging das erste Backup schnell über die Bühne. Nach einer knappen halben Stunde waren alle Files auf dem Server. Geschwindigkeiten von über 30 MB/s wurden geknackt. Wahnsinn!
Ein weiteres Schmankerl hat sich Microsoft für Windows Phone User einfallen lassen: Es gibt eine Windows Phone Home Server App. Mit dieser kann man Backups auslösen, Hinweise erhalten und natürlich auf all seine Medien zugreifen!

Die App könnt ihr euch hier runterladen.
Fazit
Da ich ein Home Server Anfänger bin, muss ich mich in die gesamte Materie mal einlesen. Was ich bis dato alles gelesen und gehört habe, was der WHS alles so kann, freue ich mich auf die volle Integration in mein Netzwerk. Das wohl interessanteste Feature ist die Tatsache, dass man von überall auf seine Daten zugreifen kann. Oder: Schnell mal die XBox 360 eingeschaltet und die letzte vom Medien PC aufgenommene Folge von “How I Met Your Mother” ansehen. Ich bin sehr gespannt.
Die Grundfunktion “Backup” erfüllt der WHS schon sehr gut und zuverlässig. Mit den sogenannten “Add-Ons” kann man viele Funktionalitäten nachrüsten und so den Server zu einer Heimzentrale machen, mit welcher es möglich ist, viele Dinge im Haus zu steuern.
Hab ich dein Interesse für dieses Gerät geweckt? Hier kannst du beim Gewinnspiel mitmachen – nur noch bis 19.2.!