Windows Steady State und Windows 7

von Georg Binder 9. October 2011 10:00

SafeguardEs gibt Rechner, die so exponiert stehen, dass dort einfach nichts gespeichert werden darf und das Zurücksetzen einfach und flott gehen muss. Das betrifft Kiosk-Rechner, Schulen, Bibliotheken, … und dafür gab es für XP und Vista auch die gratis Software Windows Steady State.

Folgende Frage hat mich erreicht:

Sag hast du eine Idee, was man als Replacement für Steady State nehmen kann? Hauptsächlich damit nix gespeichert wird…

Ja, da Steady State läuft nicht unter Windows 7, muss ein Replacement her. Der Reihe nach…

Windows Steady State

Steady State war ein extra Sicherheitspaket für XP und Vista, das man verwenden konnte um alle Schreibzugriffe in eine Datei umzuleiten – die nach Abmeldung oder Reboot einfach gelöscht wurde und somit jedes mal wieder der Ursprungszustand hergestellt war.

Source: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Steadystate.png

So weit, so gut, aber eben nicht für Windows 7 und eigentlich auch nicht mehr für XP und Vista, denn Microsoft hat den Support zu Steady State bereits eingestellt (per 30. Juni 2011), siehe Windows SteadyState will be phased out – ein Einsatz empfiehlt sich daher nicht mehr.

Bis zur Beta von Windows 7 hat es übrigens sehr wohl so ausgesehen, als würde Steady State sogar Bestandteil von Windows werden – unter dem neuen Namen Safeguard:

image

Quelle: Sandbox users with Windows 7 PC Safeguard

Tja, leider, …

Windows 7 & Steady State – Der Microsoft Weg

imageMit Hilfe der Anleitung, die Microsoft clevererweise ganz nach der alten Version nennt, nämlich Creating a Steady State by Using Microsoft Technologies kann man sich viele Eigenschaften unter Windows 7 mit Bordmitteln bzw. Gratis-Tools nachbilden.

Durch die verwendeten Technologien wie Gruppenrichtlinien, MDT und AppLocker wird schon mal klar: einfach eben mal einschalten ist hier nicht, diese Anleitung setzt auf Windows 7 Enterprise. Das ist natürlich auch ein Vorteil, weil so die Maschine auch innerhalb einer Domaine verwaltet werden kann – das ging bei Steady State nicht.

Gegenüber des ursprünglichen Steady State hat diese Vorgehensweise jedoch einen enormen Nachteil: Will man zurück auf den Ursprungszustand, dann muss man den Rechner komplett neu deployen. Da war das mit dem Reboot schon einfacher.

Aber das schöne,.. wenn man da durch ist, ist man Deployment- und Group Policy-Experte! Coole Sache, wenn man daran denkt, dass Steady State unter Vista und XP ein “weiter, weiter, fertig” war, wo man gar nichts gelernt hat.

Mehr Info unter: Creating a Steady State by Using Microsoft Technologies

Alternativen

In der c’t 3/2011 wird beschrieben, wie man Windows 7 mit Gruppenrichtlinien und eingeschränkten Konten sicher konfigurieren kann. Für Besitzer der Homeversionen werden Workaround präsentiert. Außerdem wird der EWF-Treiber erwähnt. Dieser “Enhanced Write Filter”-Treiber ist eher was hier gebraucht wird – sämtliche Änderungen sind nach dem Reboot wieder verschwunden. Heise zu Folge ist dieser Treiber eigentlich aus dem „Windows Embedded Standard 7“, zusammen mit einigen Registry-Änderungen kann hier ein schöner Schutz erreicht werden. Der kostenpflichtige Artikel kann hier abgerufen werden: Der öffentliche PC

Wer sich nur für den EWF-Teil interessiert, eine Beschreibung für Bastler findet sich auch hier. Eigentlich wäre dieser Treiber die Lösung, bloß … also Support dafür, einen Treiber aus einer Trial Version zu borgen und den einem anderen OS einzupflanzen,… glaub ich jetzt nicht so.

Als kommerzielle Alternativen werden immer wieder genannt: Deep Freeze, ReturnNIL System Safe oder  Time Freeze.

Und in Zukunft?

Ist mit Windows 8 eine Verbesserung zu erwarten? Wer weiß, zu einzelnen Features hat sich Microsoft noch kaum geäußert, allerdings gibt es sehr wohl auch jetzt schon in der Developer Preview eine Funktion, die das Zurücksetzen auf den Ursprungszustand zulässt.

image

Das “Golden Image”, also jenes, auf das man zurücksetzt, soll sich definieren lassen. Damit hätte man auch out-of-the-box eine Methode,…

 

Comments (5) -

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10/9/2011 1:07:00 PM #

Gäbe es da nicht noch eine Möglichkeit mit Windows 7 aus der VHD zu booten? Ich habe was von Differenzial VHD's gelesen.

Thomas Sturzenegger Schweiz | Reply

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10/9/2011 5:54:23 PM #

Also da ist native VHD Boot mit differential disks auch sehr angenehm! Einfach eine neue differenzierende erstellen, mit bcdedit den bootmanager auf die neue differenzierende verweisen, und schon hab ich wieder den "urzustand". Das sind 3-4 Befehle, die ich in ein script gebe, und dann hast SteadyState.

LG
Thomas

Thomas Österreich | Reply

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10/11/2011 12:18:21 PM #

Der Lerneffekt bei der vorgestellten MEthode mag ja toll sein und ich bestreite auch nicht, dass es nützlich ist, in dieser Hinsicht mehr zu lernen - aber manchmal möchte man doch einfach ein Tool, das einfach funktioniert, ohne größeren zeitlichen Aufwand. Wenn ich die Zeit hätte, da länger rumzufrickeln, würde ich Linux nutzen. Hier hat MS leider deutlich versagt mMn.

Falkar Deutschland | Reply

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10/12/2011 10:18:26 AM #

1.) schwach - ein echter Rückschritt, dass das unter W7 nicht geht..

2.) Windows in einer VM installieren? (ich bin da nicht so fit, aber Hypervisor, XEN und so..) die bieten ja meines Wissens die Möglichkeit alle Änderungen die in einer Session passiert sind, wieder zu löschen und auf einen bestimmten Punkt (snapshot?) zurück zu rollen...

das müsste doch gehen...

Fritz Österreich | Reply

>

12/1/2011 2:56:37 PM #

Alternative  : Bitdisk (Bitdisk_setup_free.exe)

geht auch

Wallner Deutschland | Reply

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