Oft liest man im Web, aber auch am Vistablog in den Kommentaren, dass das Kopieren von Dateien unter Vista über Netzwerk (unerträglich) langsam sei und XP eine Rakete dagegen sei. Ich habs (bis jetzt) nie abgestoppt, aber ich hatte auf meinem Arbeitsrechner noch eine XP Partition (laut pagefile das letzte Mal im Jänner 2007 gestartet) . Also wollte ich für mich selber mal wissen, was da dran ist,...
Testsetup:
- Hardware ist ident. Mein Desktop Rechner (ein ca. 2,5 Jahre alter Athlon 64X2 4200 mit Nforce4 Chipsatz).
- Windows XP SP2 vs. Windows Vista SP132-Bit
- Zielordner liegt als Netzwerkfreigabe auf einem Small Business Server 2003.
- Zwei Test: einmal eine große Datei, einmal viele kleine Dateien. Test laufen von der selben Datenplatte.
- Quelle, Ziel und Hardware sind in beiden Fällen ident. Virenscanner sind ausgeschaltet, der einzige Unterschied ist das verwendete Betriebssystem.
Viele kleine Dateien kopieren
Erster Test: viele kleine Dateien über Netzwerk kopieren. Als Testordner nehme ich einen Ordner mit JPG Bildern, insgesamt fast 1500 Dateien, alle so zwischen 120 KB und 200KB.
Video: XP vs. Vista - Dateien über Netzwerk kopieren
Ergebnis:
![statistik_network_copy[4]](/static/vista/images/statistik_network_copy-4-_61a3f41c-b428-4a43-abd7-2efd2ebb24ea.png)
Ziemlich eindeutig.
Eine große Datei kopieren
Den zweiten Test bette ich hier als Video gar nicht ein, ein so ein langweiliges Video hat auf Vistablog nix verloren. Ich kopiere ein knapp 10 GB großes File auf den Server.
Ergebnis beim Kopieren von einem 10GB großen File:
Wer sich das antun will: fast 30 minütiges Video mit Fortschrittsbalken (nicht vertont, nur den Counter habe ich dazugefügt und die Videos ebenso Splitscreen gemacht...) ist der Vollständigkeit halber hier bei Soapbox.
Damit XP nicht ganz so schlecht abschneidet, hier ein paar Zahlen für XP Fans. Auch bei mir ist XP beim Booten schneller. Kann aber auch daran liegen, dass ich unter Vista mehr Programme laufen habe.
| | XP | Vista |
| Booten | 1:13 | 1:21 |
| Word 2007 starten | 0:04 | 0:01 |
| Herunterfahren | 0:25 | 0:29 |
Dieses Ergebnis kann man ja des öfteren im Web lesen. Die Aussage ist allerdings ... also wer 50 mal am Tag booten und wieder herunterfahren will, der soll zu XP greifen. Wer allerdings eher mit Applikationen arbeitet, der muss zu Vista greifen. Wer möglichst negative Schlagzeilen schreiben will, weil die einfach mehr Klicks bringen,... nun ja, anderes Thema. Ich frage mich, wieso ich mit meiner Hardware (...)
Fazit:
Ich wäre mehr als nur bescheuert, wenn ich XP einem Vista vorziehen würde. Der einzige Punkt bei mir, wo XP tatsächlich schneller ist, ist beim Booten. Und das ist für mich aufgrund der Benutzung von Energiesparmodus/Ruhezustand vollkommen und 100% irrelevant. Auf meiner Hardware, bei den Dingen die ich als "Information Worker" arbeite, ist Vista die Rakete, sicher nicht XP. Wäre ich nicht vorher schon von Vista überzeugt gewesen, so hätte ich mich selbst mit diesem Test zum Enthusiasten gemacht :)